Heizperiode
Steuern & Rechtliches

Wohnungstemperatur: Welche gesetzlichen Vorschriften gibt es?

In der kalten Jahreszeit müssen Wohnräume beheizt werden. Als Vermieter gehen damit in manchen Fällen Rechte und Pflichten einher. Denn Sie müssen unter Umständen gewährleisten, dass eine bestimmte Wohnungstemperatur in den Wohnräumen des Mieters erreicht werden kann.

Wann ist der Vermieter für die Beheizung verantwortlich?

Ob der Vermieter für die Beheizung verantwortlich ist, hängt davon ab, welche Heizmöglichkeiten bestehen und wie die Wohnräume ausgestattet sind.

Einzelöfen: Diese sind nicht an eine zentrale Versorgung angeschlossen und werden mit Gas, Strom, Öl oder Kohle betrieben. In dem Fall muss der Mieter selbst gewährleisten, dass er eine zumutbare Wohnungstemperatur erreicht. Auch muss er sich um die Beschaffung der Energie selbst kümmern. Wenn es zu Schäden am Heizkörper kommt, ist der Vermieter verpflichtet, ihn zu reparieren, falls er ihn zusammen mit der Wohnung vermietet hat. Denn dann tritt die Instandhaltungspflicht des Vermieters in Kraft.

Etagenheizung: Bei der Etagenheizung schließt der Mieter einen Vertrag mit einem Energieversorger ab und ist für die Raumtemperatur selbst verantwortlich. Jedoch muss der Vermieter für die Kosten der Reinigung und Wartung der Heizanlage aufkommen, falls es vertraglich nicht anders vereinbart wurde.

Fernwärme: Beim Heizen mit Fernwärme schließt der Mieter einen Vertrag mit einem Fernwärmelieferanten ab. Dementsprechend muss er sich an diesen wenden, falls es zu Problemen mit der Wohnungstemperatur kommt.

Sammelheizung oder zentrale Gebäudeheizung: Hier werden alle Räume eines Gebäudes von der Sammelheizung mit Wärme versorgt. Der Vermieter ist in dem Fall für den ordnungsgemäßen Zustand der Heizungsanlage und für die Gewährleistung einer angemessene Wohnungstemperatur verantwortlich.

Zu welchen Jahreszeiten ist der Vermieter für die Beheizung verantwortlich?

Die übliche Heizperiode ist zwischen dem 1. Oktober und dem 1. April. In dieser Zeit muss der Vermieter folglich gewährleisten, dass die Sammelheizung/zentrale Gebäudeheizung ordnungsgemäß funktioniert, sodass bei geschlossenen Fenstern und Türen eine Wohnungstemperatur von 20-22 Grad erreicht werden kann.
Außerhalb der Heizperiode kann es zu einer Heizpflicht des Vermieters kommen, wenn die Wohnungstemperatur unter 17 Grad fällt und nicht mit einer Besserung der Lage innerhalb von zwei Tagen zu rechnen ist. Ansonsten hat der Mieter das Recht, die ordnungsgemäße Beheizung der Räume zu fordern.

Was sind die rechtlichen Folgen für Vermieter, wenn die Wohnung nicht beheizt werden kann?

Handelt es sich um eine Sammelheizung/zentrale Gebäudeheizung und der Vermieter kann eine Wohnungstemperatur von 20-22 Grad in der Heizperiode nicht gewährleisten, liegt ein Mangel vor. Daraus ergibt sich das Recht des Mieters, eine Mietminderung zu verlangen. Die Quote hierzu liegt bei 10% bei ungenügenden Heizmöglichkeiten. Wenn es zu vollständigen Ausfällen der Heizkörper kommen sollte, kann die Mietminderung sogar 100% betragen.
Wenn es hingegen zu wenig Heizkörper in einer Wohnung gibt, um alle Räume gleichermaßen angemessen zu heizen, hat der Mieter unter Umständen kein Recht auf die Installation weiterer Heizkörper. Denn der Vermieter kann durchaus annehmen, dass der Mieter vor Vertragsabschluss Kenntnis über die Anzahl der Heizkörper hatte. Schließlich findet vor Mietvertragsabschluss eine Besichtigung der Wohnräume statt.
Sind die Heizkörper unterdimensioniert, kann der Mieter ebenfalls Behebung der Mängel oder eine Mietminderung verlangen. Dazu muss allerdings eine fachkundige Person ein Gutachten erstellen und erklären, dass größere Heizkörper nötig wären, um die nötige Wohnungstemperatur zu erreichen.

Lesen Sie hier weiter welche Rechte und Pflichten Sie als Vermieter darüberhinaus haben.

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