Wohnungsübergabe
Vermieter Tipps

Wohnungsübergabe: Wie sauber muss die Wohnung bei Auszug sein?

Der Mietvertrag ist beendet, ein Auszugstermin ist ausgehandelt. Sie kommen in die Wohnung um die Schlüssel in Empfang zu nehmen und sehen sich einem Müllhaufen gegenüber. Den hat der Mieter mitten im Wohnzimmer zusammengekehrt. Hat er damit den Mietvertrag verletzt, auch wenn der Rest der Wohnung gekehrt wurde? Mit großer Wahrscheinlichkeit: Ja.

Der Begriff besenrein ist ein wenig altbacken und heute nicht immer wörtlich zu nehmen, vor allem wenn man Teppichboden in der Wohnung hat. Gemeint ist damit, dass es eine Grundreinigung gegeben hat und kein offensichtlicher Schmutz mehr zu sehen ist. Müll ist offensichtlich und muss natürlich entfernt werden.

Um späteren Streit zu vermeiden, ist es immer angebracht, dass Sie mit dem Mieter in einem freundlichen Gespräch vorher besprechen, was Sie erwarten. Das verhindert Missverständnisse. Beim Auszug muss der Mieter die Wohnung in dem Zustand verlassen, in dem er sie vorgefunden hat. Hatten Sie die Wohnung beim Einzug gereinigt übergeben, muss sie auch wieder gereinigt werden. Das bedeutet meistens, dass Böden gefegt und gewischt werden müssen, Teppich müssen gesaugt werden und bei grober Verschmutzung auch feucht gereinigt werden. Küchen müssen von Fettresten bereinigt werden. Bohrlöcher müssen zugespachtelt werden. Die Tapeten darf der Mieter hängen lassen, er muss aber die Wände neu streichen, wenn er bunte Farben benutzt hat.

Schauen Sie beim Auszug genau hin

Sie als Vermieter müssen allerdings verstehen, dass es nicht Aufgabe des Mieters ist, die Wohnung in einen Neuzustand zu versetzen. Besenrein meint gereinigt, nicht erneuert oder renoviert. Bei einer möblierten Wohnung muss der Vermieter auch die Einrichtungsgegenstände reinigen, mindestens Wischen und abstauben bzw. Diese Reinigung veranlassen. Als Vermieter sollten Sie bei der Übergabe einer möblierten Wohnung genau hinschauen: Sind Flecken auf dem Sofa? Wie sieht die Matratze aus und sollte sie eventuell ausgetauscht werden? Gibt es Schäden an Schränken? Stimmt das Inventar (Teller, Gläser etc.) und ist es ebenfalls sauber? Auf jeden Fall sollte ein Übergabeprotokoll erstellt werden, dass von Ihnen und dem Mieter unterschreiben wird. Sie haben allerdings keinen rechtlichen Anspruch auf ein solches Protokoll. Für den Fall, dass der Mieter eine Unterzeichnung verweigert, sollten Sie einen Zeugen dabeihaben, der das Protokoll unterschreibt.

Der Tag der Übergabe ist normalerweise der letzte Tag des Mietverhältnisses. Sie können nicht verlangen, dass die Übergabe vorher stattfindet. Der Mieter kann aber darauf bestehen, dass die Übergabe nicht an einem Samstag, Sonntag oder gesetzliche Feiertag stattfindet. Dann muss sie am nächsten Werktag erfolgen. Allerdings darf der Mieter die Wohnung in der Wartezeit nicht oder nur gegen anteilige Zusatz-Miete nutzen.

Schlechterfüllung oder Nichterfüllung der Rückgabepflicht

Was kann der Vermieter machen, wenn der Mieter seinen Verpflichtungen nicht nachkommt? Dann ist rechtlich von einer Schlechterfüllung oder Nichterfüllung der Rückgabepflicht zu sprechen. Ein zurückgelassener Müllhaufen bezieht sich auf ersteres, eine nicht ausgebaute Einbauküche, eine nicht zugemauerte durchbrochene Wand erfüllen letztere Kriterien. Als Vermieter haben sie dann einen Räumungsanspruch, den sie rechtlich durchsetzen können. Außerdem können Sie für die Zeit, in der sie die Wohnung nicht weitervermieten können, eine Nutzungsentschädigung verlangen, und zwar in der Höhe der vereinbarten Miete. Entstehen Ihnen als Vermieter weitere Schäden, weil zum Beispiel ein Nachmieter nicht einziehen kann, dann können Sie auch Schadensersatz geltend machen.

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