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Steuern & Rechtliches

Alles was Sie über den Möblierungszuschlag wissen müssen

Sebastian Ludwig

Was in Amerika schon lange üblich ist, ist auch in Deutschland immer mehr gefragt: Die Vermietung möblierter Wohnungen. Sowohl Familien als auch Einzelpersonen schätzen es, wenn sie nicht bei jedem Umzug Betten und Schränke auseinandernehmen und zusammensetzen müssen, sondern ein bezugsfertiges Heim vorfinden.

Für den Vermieter bedeutet dies zum einen, sich einem neuen Markt öffnen zu können, zum anderen aber auch zusätzliche Investitionen. Um diese Ausgaben wieder ausgleichen zu können, gibt es den Möblierungszuschlag.

Was umfasst die Möblierung?

Es wird zwischen zwei Formen der Möblierung unterschieden: die Teil- und die Vollmöblierung. Erstere umfasst in der Regel ein Bett, einen Schrank, eventuell TV und Kücheneinrichtung. Bei der Vollmöblierung sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Zur Möblierung zählen:

  • Kleiderschränke
  • Küchenschränke
  • Ess- und Schreibtische
  • Stühle
  • Sofas und Sessel
  • Betten (bisweilen auch mit Decken)
  • Fernseher
  • Kücheneinrichtungen
  • Waschmaschine, Ofen, Mikrowelle
  • Lampen
  • Regale
  • Geschirr, Bestecke, Küchenuntensilien

Eine Möblierung können Sie dem Mieter entweder zusätzlich in Rechnung stellen oder sie kann im Mietpreis bereits enthalten sein.

Berechnung des Möblierungszuschlags

Damit Sie die tatsächlichen Kosten berechnen können, brauchen Sie ein paar Eckdaten. Zum einen müssen sie die Abschreibungsdauer festlegen: Diese beträgt zwischen 7 Jahren (dann mit einem Restwert von 30 Prozent) und 10 Jahren. Es gibt zwar keine gesetzliche Regelung, aber einschlägige Gerichtsurteile, vor allem aus Hamburg und Berlin, die diese beiden Zeiträume vorschlagen.

Möbel können entweder auf den Kaufpreis oder auf den Zeitwert abgeschrieben werden. Beim Zeitwert werden 15 Prozent angenommen. Weil Sie aber die Möbel kaum für den gleichen Preis nach 10 Jahren erneuern können, können Sie noch eine Kapitalverzinsung von etwa 12 Prozent hinzurechnen.

Wenn Sie also für 10.000 Euro Möbel gekauft haben, und diese über 10 Jahre abschreiben, dann sind das 1120 Euro pro Jahr (inklusive Kapitalverzinsung) bei einer Kaufpreis-Berechnung. Beim Zeitwert sind es im ersten Jahr 1500 + 1200 + 2700 Euro. Diese Summe kann dann auf den monatlichen Mietpreis aufgeschlagen werden oder muss in eine Komplettmiete mit eingerechnet werden.

Die meisten Vermieter wählen als Basis den Zeitwert, was aber bedeutet, dass sich die Berechnungsgrundlage jedes Jahr ändert. Ist der Wert im ersten Jahr noch 11.200 Euro, sind es im zweiten Jahr 9520 Euro. Die Kapitalverzinsung wird dabei auf den Zeitwert gerechnet.

Wer die Wohnungsausstattung auf 7 Jahre abschreibt, kann nach Ablauf dieses Zeitraumes trotz eines Restwertes keine Abschreibung mehr im Möblierungszuschlag verlangen. Allerdings kann man auf diesen Wert noch 12 Prozent Kapitalverzinsung anwenden und diese auch in die Miete einfließen lassen.

Inventarliste erstellen

Damit es nicht zu Missverständnissen kommen kann, sollten Sie auf jeden Fall eine Inventarliste erstellen. Diese sollte die Bezeichnung des Gegenstands, Hersteller/Modell und Kaufpreis beinhalten (die Preisspalte müssen Sie dem Mieter nicht unbedingt zeigen). Sie können auch die Möbel mit Inventaraufklebern versehen. Das verhindert, dass Gegenstände ausgetauscht werden. Diese Liste muss Bestandteil des Mietvertrags sein, und Vermieter und Mieter müssen sie beide gegenzeichnen. Außerdem sollte der Mietvertrag klar darstellen, was im Falle von Beschädigungen oder Verlust des Mobiliars zu tun ist. Zusätzlich gibt es die Option einer Versicherung bei Vermietung. Alles Wichtige hierzu finden Sie in diesem Artikel.

Mit einer immer mobiler werdenden Gesellschaft werden möblierte Wohnungen immer gefragter. Seien es Expats, Arbeitnehmer mit Zeitverträgen oder Studierende: die Zahl der Mieter ohne eigenen (oder mit limitiertem) Hausrat wächst. Als Vermieter können Sie mit einer recht überschaubaren Zusatzinvestitionen diesem Trend Rechnung tragen und einen neuen Markt erreichen.

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