menu
Vermieter Tipps

Die größten Irrtümer des Mietrechts unter der Lupe

Bernadette Steininger

Es gibt viele Irrglauben über das Mietrecht, die sich hartnäckig im Kopf von vielen Mietern und auch von Vermietern festgesetzt haben. Dies kann zu unangenehmen Streitigkeiten zwischen den Parteien führen. Wir sehen uns hier einige Beispiele an, die immer noch weit verbreitet als richtig gelten und klären Sie über die Wahrheit auf.

Mit Nachmietern die Kündigungsfrist umgehen

Auf der Wohnungssuche finden viele Mieter zunächst Wohnungen, die in der nächsten Zeit frei werden bzw. innerhalb eines Monats bezugsfertig sind. Ist der Mieter fündig geworden, würde er am liebsten gleich ausziehen und die alte Bleibe hinter sich lassen. Aber dann ist da die Kündigungsfrist, die meistens 3 Monate beträgt. Viele glauben, dass sie früher aus dem Mietvertrag austreten können, wenn sie Ihnen als Vermieter drei potentielle Nachmieter vorschlagen. Das stimmt allerdings nicht. Sie können als Vermieter auf die vollen drei Monate Frist bestehen und der Vertrag muss erfüllt werden. Ausnahme ist, wenn es im Mietvertrag eine Klausel gibt, die genau besagt, dass der Mieter früher ausziehen darf, wenn er dem Vermieter drei Nachmieter vorschlägt.

Der Zweitschlüssel für Vermieter

Dass man als Vermieter Anspruch auf einen Zweitschlüssel hat, ist nicht richtig. Sich unerlaubt und ohne Vorankündigung Zugang zur vermieteten Wohnung zu verschaffen kann als Hausfriedensbruch ausgelegt werden und der Mieter kann fristlos kündigen. Auch den Austausch und die Erneuerung von Schlössern kann der Mieter verlangen.

Noch vor Einzug vom Mietvertrag zurücktreten

Noch ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass man von einem Mietvertrag innerhalb einer gewissen Zeit vor Einzug in die neue Wohnung zurücktreten kann. Auch das ist falsch. Sobald der Vertrag unterschrieben ist und der Mieter seine Entscheidung bereut, muss er sich an die Kündigungsfrist halten, die in den meisten Fällen 3 Monate beträgt. Natürlich kann man als Vermieter in berechtigten Fällen Verständnis zeigen und den Vertrag vorzeitig auflösen.

Mehr zum Aufsetzen eines Mietvertrags finden Sie hier.

Die Mietzahlungen von Wohngemeinschaften

Ziehen mehrere Mieter in Ihre Wohnung ein und jeder hat den Mietvertrag unterschrieben, ist auch bei Auszug von einem oder mehreren Mietern die Verantwortung für die monatliche Mietzahlung weiterhin von allen Mietern zu begleichen. Vorzeitiger Auszug befreit nicht von der Pflicht jedes einzelnen Bewohners, die Miete zu bezahlen. Steht allerdings nur eine Person im Vertrag, ist es tatsächlich so, dass nur diese Person für die Zahlungen herangezogen werden kann.

Schönheitsreparaturen und neuer Anstrich beim Auszug

Beim Auszug erhalten Vermieter häufig die Frage, “muss ich als Mieter noch streichen und kleinere Schönheitsreparaturen selbst erledigen”? Hier kommt es auf die Klausel im Mietvertrag an. Es gibt Fristen von drei, fünf und sieben Jahren innerhalb derer Sie auf die Schönheitsreparaturen bestehen können. Aber: steht im Vertrag, dass der Mieter bei Auszug stets streichen muss aber keine genaue Angabe darüber, in welchem Zustand die Wohnung zu sein hat, ist der Mieter von den Malerarbeiten befreit.

Sollte es dazu kommen, dass Sie als Vermieter selbst kleinere Reparaturen durchführen, finden Sie nützliche Informationen in unseren Vermieter Tipps.

Bürgschaft und Kaution vom Mieter verlangen

Als Vermieter können Sie Kaution und Bürgschaft vom neuen Mieter verlangen. Jedoch darf beides den Betrag von drei Monatskaltmieten nicht übersteigen. Haben Sie also bereits 3 Monatsmieten als Kaution verlangt, kann keine Bürgschaft mehr gefordert werden.

Diese Irrtümer und noch viele weitere sind manchmal sogar Vermietern nicht geläufig. Es lohnt sich also für Vermieter immer auf dem neuesten Stand zu sein und in mehreren Quellen nachzulesen, was tatsächlich zulässig und was nur falsches Allgemeinwissen ist.

Thanks for reading this post

Reset Filters