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Vermieter Tipps

Schnelles Internet für Mieter: Darauf kommt es an

Sebastian Ludwig

Vermieten Sie eine Wohnung, dann ist eine Internetverbindung in der heutigen Zeit ein Muss. Dabei ist Internetverbindung aber nicht gleich Internetverbindung. Es muss auch nicht immer die schnellste Verbindung die Beste sein. Als Vermieter kommt es darauf an, mit der Zeit zu gehen und eine angemessene oder ausreichende Internetverbindung zur Verfügung zu stellen.

Welche Internetverbindung eignet sich für welche Aufgaben?

E-Mails, Facebook, WhatsApp und so weiter sind in der Regel eher genügsam. Will der Mieter aber auch Online-Streaming via Amazon oder Netflix genießen, dann ist müssen Sie ein Minimum an Geschwindigkeit zur Verfügung stellen. Aber auch das lässt sich nicht pauschalisieren, denn es kommt auf die Streaming-Qualität und den Anbieter an.

Tipp: Haben Sie eine bestehende Internetverbindung, können Sie immer über einen Speedtest herausfinden, wie schnell die Geschwindigkeit ist. Prüfen Sie am besten zu unterschiedlichen Uhrzeiten und an verschiedenen Tagen, um einen guten Durchschnitt zu bekommen.

Als Daumenregel lässt sich sagen: Reicht die Internetgeschwindigkeit für das Streamen von Filmen und TV-Serien, ist sie für den Verbrauchermarkt auch für alles Weitere schnell genug.

Netflix, Amazon Instant Video und andere Streaming-Angebote fordern die Internet-Verbindung

Wir gehen einfach mal davon aus, dass der Mieter mindestens in HD-Qualität streamen möchte. Das liefert auf den meisten TV-Geräten eine vernünftige Qualität. Je nach Anbieter brauchen Sie dafür eine Internet-Geschwindigkeit von 3,5 bis 8 MBit/s. Amazon gibt sich laut eigenen Angaben mit 3,5 MBit/s zufrieden und für Netflix benötigen Sie 5 MBit/s. Das bedeutet aber, dass Ihnen diese Geschwindigkeit alleine zur Verfügung steht. Teilen Sie sich das Internet mit mehreren Parteien, kommt es natürlich darauf an, was die anderen gerade machen.
Als Vermieter müssen Sie also rechnen, wenn Sie die Internetleitung mehreren Parteien anbieten. Wollen Sie allen mindestens immerzu HD-Qualität für Streaming anbieten, brauchen Sie zu Stoßzeiten 32 MBit/s.
Amazon und Netflix bieten auch bereits Streaming von Ultra-HD, auch als 4K bekannt an. Hier geht es richtig ans Eingemachte. Während Amazon 4K laut eigenen Angaben mit 15 MBit/s funktioniert, brauchen Sie bei Netflix 25 MBit/s.

Glasfaser ist natürlich optimal, VDSL sollte noch reichen

Liegt Ihre Wohnung im Einzugsbereich von Glasfaser-Angeboten, ist das natürlich optimal. In dem Fall brauchen Sie nicht lange nachzudenken. Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s sind keine Seltenheit und theoretisch geht es noch wesentlich höher. Mit so einer Verbindung kann sich kein Mieter beschweren, denn damit ist alles abgedeckt, was er braucht. Bei solchen Geschwindigkeiten können Sie sogar mehrere Parteien versorgen.
Mit VDSL erreichen Sie praktisch oftmals um die 30 bis 35 MBit/s, auch wenn theoretisch höhere Werte angegeben sind. Nehmen Sie unsere Beispiele von oben, reicht das in der Regel für einen Haushalt aus. Wollen allerdings mehrere Parteien mit 4K streamen, kann die Leitung schon in die Knie gehen. In der Regel sollte so eine Verbindung ausreichend sein, wenn Sie keinen Zugang zu Glasfaser haben. Gerade in ländlicheren Gebieten haben Sie oft keine andere Möglichkeit.

LTE ist schnell, hat aber mehrere Haken

Theoretisch bietet LTE, auch als 4G bekannt, ebenfalls Geschwindigkeiten von weit über 100 MBit/s. Eine Installation ist einfach, weil Sie lediglich einen fähigen Router und eine Sim-Karte brauchen. Damit entsteht kein Kabelsalat und so weiter.
Es gibt allerdings zwei Probleme. Wie Sie sicher von Ihrem Smartphone wissen, ist das Datenvolumen bei LTE stark begrenzt. Zum Streamen eignet sich das nicht, denn damit ist das Paket sofort aufgebraucht. Sie können natürlich nachkaufen, aber damit wird LTE schnell teuer.
Das zweite Problem ist die Anzahl der Leute, die in einer Funkzelle angemeldet sind. Je mehr Menschen mit ihren Smartphones in der gleichen Funkzelle sind, desto langsamer wird die Geschwindigkeit. LTE oder 4G eignet sich also wirklich nur als Notlösung.

Satellit als Zwischenlösung

Wir wollen nicht unterschlagen, dass es in der Zwischenzeit auch passable Lösungen via Satellit gibt. Tooways hat zum Beispiel Pakete im Angebot, die bis zu 22 MBit/s Downstream liefern. Allerdings ist auch hier das Datenvolumen begrenzt. Im Vergleich zu LTE sind die Satellitenangebote günstig, verglichen mit Glasfaser oder VDSL allerdings teuer.
In Städten ist so eine Lösung in der Regel uninteressant. Auf dem Land könnte es die beste Kompromisslösung sein.

Besonders der Einsatz von Smart Home Geräten wird die Internetverbindungen in Zukunft fordern. Mehr dazu lesen Sie in dem Artikel: Die intelligente Wohnung – Mit diesen 5 Gadgets werten Sie Ihr Mietobjekt deutlich auf

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