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Vermieter Tipps

Was können Vermieter tun, wenn Mieter sich über Lärm beschweren

Sebastian Ludwig

Lärmbelästigung ist einer der häufigsten Beschwerdegründe von Mietern und wird gerne als Grund zur Mietminderung genommen. Für Sie als Vermieter ist das ärgerlich, vor allem wenn es sich um eine Ruhestörung handelt, gegen den Sie zunächst einmal nichts unternehmen können.

Mieter-freundliche Rechtslage bei Ruhestörung

Die Rechtslage ist wie so oft Mieter-freundlich: Unabhängig davon, ob der Vermieter am Lärm Schuld ist oder einen Einfluss darauf hat, kann der Mieter die Miete mindern. Dem Vermieter bleibt dann nur, selbst gegen den Lärmverursacher vorzugehen und eventuell Schadensersatz zu verlangen. Sie dürfen dabei die Mieterbeschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen: Als Vermieter sind Sie leider auch verpflichtet, dem Mieter die beschwerdefreie Nutzung der Mietsache zu ermöglichen. Selbst wenn also die Gaswerke draußen die Straße auf Hämmern, müssen Sie tätig werden, ob Sie wollen oder nicht. Im schlimmsten Fall kann der Mieter Sie sogar dazu verklagen.

Ist der Verursacher ein anderer Mieter, können sie abmahnen

Allerdings muss es nicht so weit kommen, wenn Sie früh genug versuchen, eine Lösung zu finden. Zunächst einmal muss der Mieter Ihnen die Möglichkeit geben, den Lärm abzustellen. Ist das ein Nachbar im Haus, können Sie mit diesem sprechen und versuchen, der Ursache für den Lärm auf den Grund zu gehen. Sollten Sie selbst dessen Vermieter sein, haben Sie natürlich auch die Androhung einer außerordentlichen Kündigung im Repertoire. Allerdings müssen Sie in diesem Fall auch nachweisen, dass es zu wiederholten Ruhestörungen gekommen ist. Wichtig hierbei ist, dass es Zeugen und Beweise gibt und ein ordentliches Protokoll. Sie sollten auch nicht zu lange warten: Hilft ein Gespräch nicht, dann gleich danach die Abmahnung mit Fristsetzung schicken und auch wenn das nichts bringt, die Kündigung. Je länger Sie warten, umso eher wird das Gericht meinen, die Belästigung sei ja nicht so gravierend.

Lärm wird von Menschen unterschiedlich empfunden. Der eine kann nicht schlafen, wenn Autos vorbeifahren, der andere das Flötenspiel des Nachbarkindes nicht ertragen und manche beschweren sich sogar darüber, dass jemand in der Wohnung über ihnen herumläuft.

Suchen Sie eine einvernehmliche Lösung

Gerichte haben versucht, Lärm zu definieren, und es gibt zahllose und bisweilen sich widersprechende Urteile. Sich auf ein Urteil zu verlassen ist also für Sie als Vermieter mit Risiken verbunden. Besser ist es, nach einer Lösung zu suchen.

Zunächst einmal sollten Sie ein freundliches Gespräch mit dem Mieter suchen. Hören Sie ihm zu, versuchen Sie herauszufinden, ob der Lärm an sich die Ursache ist. Manchmal wird Lärm auch vorgeschoben oder als besonders schlimm empfunden, obwohl eine Person mit etwas Anderem unzufrieden ist.

Reden Sie dann mit dem Verursacher und suchen Sie nach Kompromissen. Oftmals haben sich vereinbarte Ruhezeiten bewährt, zum Beispiel keine Renovierungsarbeiten in der Mittagspause, kein Klavierspiel nach 21 Uhr und mancher Baustellen-Polier außerhalb hat sich schon bereit erklärt, etwas später anzufangen. Eventuell können Sie auch überlegen, Lärmschutzfenster einzubauen, wenn Sie das noch nicht getan haben.

Sollten Sie Vermieter von mehreren möblierten Wohnungen in verschiedenen Häusern sein, dann können Sie einem Mieter auch anbieten, die Wohnung zu wechseln.

Was Sie außerdem tun können, um ein gutes Verhältnis zu pflegen, lesen Sie in dem Artikel: So werden Ihre Mieter Sie lieben!

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