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Wohnungstemperatur – Gerichtsurteil: In der Nacht müssen es mindestens 18 Grad sein

Sebastian Ludwig

Wie hoch muss die Wohnungstemperatur in der Nacht sein? Diese Frage hat das Amtsgericht Köln beantwortet. In einem Fall in Köln stritten sich zuvor Vermieter und Mieter darüber, welche Raumtemperatur in der Nacht für Mieträume gewährleistet werden muss.

Raumtemperatur: Mieterin klagt vor Gericht

Ein Vermieter hatte für die Zeit zwischen 0-6 Uhr eine Nachtabsenkung der Temperaturen eingestellt. Dies ist eine gängige und bewährte Methode, um Heizkosten zu sparen. Daraufhin beschwerte sich allerdings der Mieter, weil er in den Morgenstunden zwischen 8-9 Uhr des Öfteren eine Wohnungstemperatur von 16-17 Grad gemessen hatte.

Er empfand dies als unzureichend und minderte daraufhin die Miete. Außerdem verlangte er, dass die Heizungsanlage vom Vermieter so eingestellt wird, dass auch in der Nacht eine Wohnungstemperatur von mindestens 18 Grad erreicht werden kann. Allerdings bestand der Vermieter seinerseits darauf, dass nachts eine Raumtemperatur von 16 Grad vollkommen ausreichend sei.

Das Gericht entschied: 18 Grad Mindesttemperatur müssen gewährleistet sein

Das Amtsgericht Köln entschied in dem Fall, dass der Vermieter auch über Nacht sicherstellen muss, dass eine Raumtemperatur von mindestens 18 Grad durchgängig erreicht werden kann. Die offizielle Heizperiode beginnt im Oktober und endet im April. In dieser Zeit müssen also konstante 18 Grad Wohnungstemperatur erreicht werden können. Zwischen den Morgen- und Abendstunden gilt eine Mindesttemperatur von 20-22 Grad. Allerdings gilt das Temperaturminimum nur, wenn der Mieter beim Heizen alle Fenster und Türen geschlossen hat.

Heizpflicht: Manchmal auch außerhalb der Heizperiode

Auch außerhalb der Heizperiode können Vermieter verpflichtet sein, zu heizen und eine ausreichende Mindesttemperatur zu gewährleisten. Die Heizpflicht des Vermieters besteht dann, wenn die Raumtemperaturen unter 17 Grad fallen und nicht mit einer Besserung innerhalb von zwei Tagen zu rechnen ist. Das kann besonders dann der Fall sein, wenn die Frühlings- und Herbstmonate ungewöhnlich kalt ausfallen. Der Mieter hat dann das Recht, eine ordnungsgemäße Beheizung der Wohnräume oder eine Mietminderung zu verlangen.

Mietminderung: In welchen Fällen hat der Mieter das Recht auf Mietminderung?

Nicht nur, wenn die Wohnungstemperatur unzureichend ist, kann der Mieter eine Mietminderung einklagen. Auch wenn Heizkörper zu klein bzw. unterdimensioniert sind, kann für den Mieter das Recht auf Mietminderung bestehen, falls der Vermieter die Mängel nicht behebt. Zuvor muss allerdings erst eine fachkundige Person ein Gutachten erstellen und bestätigen, dass die Heizkörper in der Tat unterdimensioniert sind.

Beschwert sich der Mieter aber über eine zu geringe Anzahl der Heizkörper und beklagt dadurch eine unzureichende Beheizung aller Wohnungsräume, hat er unter Umständen kein Recht auf die Behebung von Mängeln. Denn schließlich kann der Vermieter annehmen, dass der Mieter bereits vor der Unterzeichnung des Mietvertrags Kenntnis über die Anzahl der Heizkörper in der Mietwohnung hatte. Denn es ist üblich, dass vor dem Abschluss des Mietvertrags eine Wohnungsbesichtigung durchgeführt wird.

Wie hoch kann die Mietminderung sein?

Wenn der Vermieter die Mängel von unzureichend beheizten Wohnungsräumen nicht behebt, kann der Mieter eine Mietminderung von 10% durchsetzen. Das ist die reguläre Quote. Es sind aber auch bereits andere Urteile gefallen, die beispielsweise eine Mietminderung von 20% bei Wohnungstemperaturen unter 20 Grad im Winter festlegten. Die Mietminderung kann aber 100% betragen. Das ist z.B. dann er Fall, wenn es in den Wintermonaten zu Komplettausfällen der Heizkörper kommt.

Weitere Neuigkeiten zu aktuellen Gerichtsurteilen im Mietrecht finden Sie hier.

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